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Barthes, Roland; Köller, Mira

Chronik

Aus d. Französ. v. Mira Köller
2003. 66 S. 17 cm
Verlag/Jahr: MERVE 2003
ISBN: 3-88396-188-4 (3883961884)
Neue ISBN: 978-3-88396-188-0 (9783883961880)

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Vom 18. Dezember 1978 an veröffentlichte der Nouvel Observateur eine Chronik, die bis Ende März 1979 auf 55 Fragmente anwuchs. Ihrem Autor, Roland Barthes, ging es weniger um die Beurteilung "weltbewegender" Tagesereignisse als um die Kleinigkeiten, die ihn direkter betrafen. Auch sie eine "Chronik der Gefühle", diesmal nicht monumental wie die Alexander Kluges, sondern minutiös. "Die Form, die ich erreichen wollte, war die Kurzform, oder, wenn man so will, die sanfte Form: weder die Feierlichkeit der Maxime noch die Strenge des Epigramms; etwas, das zumindest entfernt an ein japanisches Haiku, die Joycesche Epiphanie, an bruchstückhafte Aufzeichnungen eines geheimen Tagebuchs erinnern sollte." Barthes legt in seiner Chronik wöchentlich Rechenschaft ab über die Vorfälle, die ihn aufmerken ließen, gleich wie "unscheinbar, flüchtig und unbedeutend" sie auch sein mochten, den Vorwurf in Kauf nehmend, nur von "Nichtigkeiten" zu berichten. "Denn schließlich gibt es einen Kampf für die Sanftheit: Wird nicht die Sanftheit Stärke, wenn sie nur entschieden genug ist?" R.B. (26.03.1979)
Roland Barthes (1915-1980), einer der bedeutendsten Kritiker der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts, ist als einer der Initiatoren und Vorkämpfer der semiologischen Revolution bekannt geworden - und für ein Werk, in dem sich biographisches Material und wissenschaftlicher Ansatz miteinander verflechten. Einen heute relativ unbekannten Teil seines Werkes verfaßte er in den fünfziger Jahren. Zu dieser Zeit war Roland Barthes aktiv beteiligt an der Gründung und dem Erscheinen der Zeitschrift "Teatre populaire", eines ebenso ästhetischen wie politischen Phänomens. Anfang der sechziger Jahre gibt Barthes das Theater auf, er besucht es nicht mehr, er schreibt so gut wie keinen Artikel mehr über Aufführungen. Aber er ist langfristig von seiner Erfahrung geprägt: "Im Herzen meines Werks, das Theater".Er starb am 26. März 1980 an den Folgen eines Verkehrsunfalls. Zuletzt hatte er am Collège de France einen Lehrstuhl für Semiologie.


229.851 Titel bei © frauenbuch.de Stand: 28.11.2009

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